Elbe-Saale

Neue Wege, Politik

Gute Ideen für das Projekt »NEUE MITTE Gera«

Erfolgreiche Diskussionsrunde »Modern mobil in Geras neuer Mitte«

Unter dem Motto „Modern mobil in Geras neuer Mitte“ hat die VCD-Ortsgruppe Gera gemeinsam mit dem Verein Grünes Haus Gera im Februar eine Diskussionsrunde veranstaltet. Das Projekt „NEUE MITTE“, ein Thüringer IBA-Kandidat, hat die Belebung einer zentralen, heute brachfliegenden Fläche vor dem Kultur- und Kongresszentrum (KuK) zum Inhalt. Wie soll die Fläche gestaltet werden: Grünflächen, Wohnen, Handel oder Kleingewerbe…? In der Stadt gibt es ganz verschiedene Vorstellungen dazu. Für eine zeitgemäße, verkehrsarme Entwicklung plädieren die Organisatoren und hatten als Referenten Laurenz Heine, Regionalkoordinator des VCD-Projektes „Wohnen leitet Mobilität“ und VCD-Landesvorsitzender, eingeladen.

Laurenz Heine berichtete über Mobilitätsbeziehungen in zentralen innerstädtischen Quartieren am Beispiel der VCD-Projektstädte. Die rund 30 Gäste der Veranstaltung, unter ihnen Stadträte, Fachdienstleiter und Planer diskutierten im Beisein der Presse zu Fragen der Verkehrserschließung und den Möglichkeiten der Festsetzungen in der Bebauungsplanung.

Eine umfassende Bürgerbeteiligung am Projekt „NEUE MITTE Gera“ wurde bereits im Vorfeld durch im Projekt engagierte Ehrenamtliche forciert. Hierzu gab es im KuK eine gut besuchte Ausstellung der Stadt mit Modellen zur zukünftig möglichen Gestaltung der Fläche zwischen KuK, Bibliothek, Stadtmuseum und Zentraler Umsteigestelle. Über mehrere Phasen läuft dieses Projekt und im Sommer 2018 wird der Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplanes durch den Stadtrat erwartet.

Laurenz Heine konnte mit interessanten Fakten und Beispielen aufwarten: So haben andere Städte wie Potsdam oder Köln bei der Umgestaltung von Quartieren darauf geachtet, dass der Stellplatzschlüssel geringer als der städtische Durchschnitt ist, dafür aber z. B. sichere Abstellmöglichkeiten für Lasten- und Elektrofahrräder geschaffen wurden. Er wies immer wieder darauf hin, dass in den größeren Städten der deutliche Trend weg vom eigenen Auto hin zu öffentlicher oder geteilter Mobilität bei der jungen Generation besteht. Dies müsse bei der Planung mit Blick auf heutige Verhaltensmuster beachtet werden.

Chancen sahen die Diskussionsteilnehmer auch im Versuch, eine „shared space“-Nutzung für den Kreuzungsbereich zwischen dem größten Einkaufszentrum der Stadt, dem Beginn der Altstadt und dem Projektgebiet zu testen. Als erster Schritt wurde vorgeschlagen, zur Verkehrsberuhigung die Ampelzeiten für Fußgänger des wichtigen Überweges am Stadtmuseum großzügiger auszulegen. Eine Schließung der innerstädtischen Breitscheidstraße als Voraussetzung für weniger Lärm und andere Emissionen wurde kontrovers, aber ergebnisoffen diskutiert.

Nach der gelungenen Veranstaltung wird die VCD-Ortsgruppe am Thema bleiben, um umweltverträgliche Aspekte für die Ausgestaltung der Fläche im Sinne einer hohen Wohn- und Aufenthaltsqualität im neuen Quartier im Gespräch zu halten.

Jens Schneider für den VCD Gera

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