Elbe-Saale

Neue Wege, Rad und Fuß, Elsa-meckert

Opa Krauses Gehweg

Mobilität mit dem Rollator gleicht oft einem Hindernislauf

Gestern war es wieder soweit. Opa Krause aus dem benachbarten Altersheim war mit seinem Rentner-Porsche unterwegs, und ich habe ihm vom Stallfenster aus zugesehen. Mittlerweile gefühlt dreimal in der Woche quält er sich, dieses Gefährt von der Straße auf den Gehweg zu heben. Nicht etwa, weil es keinen abgesenkten Bordstein gäbe. Nein, weil diese Stelle wieder einmal und sogar zum wiederholten Male von einem PKW zugeparkt war. Der Fahrzeugführer kennt mich schon, denn ich habe ihn vor längerer Zeit schon einmal freundlich deswegen angemeckert. Aber er stellt seinen Wagen immer und immer wieder genau dort am Straßenrand ab. Also habe ich mich schlau gemacht: Laut StVO besteht hier Parkverbot. Doch, so mein Empfinden, scheint dies niemanden zu interessieren. Denn ruft man in den Abendstunden bei der Polizei an, so erfährt man, dass hierfür das Ordnungsamt verantwortlich sei. Fragt man tagsüber beim Ordnungsamt nach, so erfährt man: „Nein, wenn wir nicht da sind, ist das Aufgabe der Polizei...“ – Ja wie denn nun?

Älterer Fußgänger mit Rollator, der zwischen zwei Autos die Straße quert. Die Fußgängerfurt mit abgesenktem Bordstein kann er dabei wegen der Pkw nicht nutzen.
VCDDer Pkw-Fahrer hat sein Fahrzeug neben der abgesenkten Bordsteinkante abgestellt. Dem Rollator-Fahrer bleibt somit nichts anderes übrig, als sein Fahrzeug auf den Gehweg hochzuhieven.
Eine Reihe von Autos,von denen zwei eine Fußgängerfurt mit abgesenkten Bordstein zuparken. An der Furt ist der Abstand zwischen den Fahrzeugen am geringsten.
VCDKein Durchkommen für Fußgänger, die die Straße überqueren wollen - schon gar nicht mit Kinderwagen oder Rollator.

Mein Gemecker hat einen Widerhall bei der Stadtverwaltung ausgelöst, die geantwortet hat: „Vielen Dank für Ihre Hinweise. Das Zuparken von abgesenkten Bordsteinen ist insgesamt ein Problem, aber leider können wir nicht überall sein. Ich habe die Problematik unserem Außendienst übergeben, damit dieser das in die Kontrollen im Rahmen der personellen Möglichkeiten einplanen kann. Richtig sind Ihre beiden Aussagen, auch wenn es nicht ganz nachvollziehbar klingt. Nach den Zuständigkeitsregelungen sind neben der Polizei die Gemeinden für die Ahndung von Parkverstößen zuständig. Hier erfolgt dies durch unseren Fachdienst zu den üblichen Dienstzeiten, ab und zu auch in den Abendstunden und am Wochenende – je nach vorhandenem Personal. In der übrigen Zeit ist daher die Polizei zuständig – natürlich auch im Rahmen der dortigen Personalkapazitäten.“

Mich regt eine solche Antwort, so ein Hin- und Herschieben der Verantwortung tierisch auf. Gab es inzwischen Kontrollen? Gibt es ein Einlenken des Verursachers? Wurden Kontrollen durch Polizei oder Ordnungsamt wiederholt? Außerhalb der Innenstadt trifft man die Ordnungshüter leider fast nie an. Es gibt bestimmt auch keinen rotierenden Plan, wo in jeder Ecke der Stadt mal kontrolliert wird. Vielleicht kann ich aber doch noch auf ein Einhalten der StVO durch die PKW-Lenker hoffen: Besagter Fahrzeugführer wollte mir nämlich inzwischen gar das Fell über die Ohren ziehen. Er scheint sich seiner begangenen Fehler somit wohl durchaus bewusst zu sein.

Hoffen wir, dass so auch Opa Krause bald täglich ungehindert den Gehweg nutzen kann.

Elsa Meckert

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