Elbe-Saale

Verkehrspolitik, Rad- & Fußverkehr, Auto- & Carsharing, Sicher & Barrierefrei, Wohnen & Mobilität
Ortsgruppe Dresden

Die VCD Ortgruppe Dresden auf der europäischen Mobilitätswoche 2018

Die europäische Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September 2018 hat wieder viele Initiativen, Vereine und Akteure aus Dresden inspiriert, sich für eine Verkehrswende stark zu machen. Die VCD Ortgruppe Dresden war natürlich mit dabei!

In Dresden koordinierte 2018 der Geschäftsbereich Umwelt und Kommunalwirtschaft federführend die Aktionen zur Mobilitätswoche. Die Vielfalt der Aktionen reichte von Wanderungen und Stadtteilspaziergängen über Diskussionsveranstaltungen bis hin zum Fahrradkino und war nochmal eine deutliche Steigerung im Vergleich zu 2017!

Die VCD Ortgruppe Dresden trug gemeinsam mit dem Landesverband Elbe-Saale mit insgesamt fünf Veranstaltungen und Aktionen zum Programm der Woche bei. Den Auftakt machte ein Stadtteilspaziergang durch Dresden Löbtau. Vom Conertplatz über die Kesselsdorfer Str. bis zur Löbtauer Brücke haben wir die Teilnehmer*Innen dafür sensibilisiert, wie der Verkehr den Menschen Zwänge und Hindernisse auferlegt, die wir oft gar nicht mehr wahrnehmen. Parkende Autos, die auf abgesenkten Bordsteinen stehen oder Lärm und Abgase, die ein flanieren auf der „Kellei“ nahezu unmöglich machen (Kellei = Boulevard und Ortsteilzentrum Kesselsdorfer Str.). Highlight war definitiv das gemeinsame drüberschauen über die Ausbaupläne zur Kesselsdorfer Str. Vor Ort konnten die Auswirkungen einer Verbreiterung viel erlebbarer und unmittelbarer gezeigt werden.

Am Freitag, den 21.September begrüßte der Landesverband gemeinsam mit dem VDV im Verkehrsmuseum Dresden Cem Özdemir und den damaligen Bundesvorsitzenden des VCD Wasilis von Rauch auf einer Podiumsdiskussion zum Thema „Auf dem Weg zur Verkehrswende in Deutschland – politisch verordnet oder mitten im Leben?“ Der Oberbürgermeister der Stadt Zittau, Thomas Zenker und der Präsident der Handwerkskammer Dr Jörg Dittrich gaben eindrückliche Statements aus dem Blickwinkel der Kommunen und der regionalen Handwerksbetriebe ab. Das Mobilitätsverhalten gerade dieser Bevölkerungsgruppen im ländlichen Raum kann nicht mit den gleichen Ansätzen wie in Großstädten, wie Berlin oder Dresden geändert werden. Dennoch gibt es viele Ansatzpunkte, wie die Attraktivierung des ÖPNV in der Fläche oder die Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur, die auch hier Möglichkeiten bietet.

Gleichzeitig fand an diesem Tag der Park(ing)Day auf dem Bischofsplatz statt. Hier hat sich die Ortgruppe Dresden mit BUND, den Naturfreunden, den GRÜNEN und Greenpeace zusammengetan um an dieser viel befahrenen und für Rad- und Fußverkehrs gefährlichen Kreuzung, zu zeigen, dass der öffentliche Raum auch anders aussehen kann.

Zwei lange Rollrasen und Topfpflanzen aus der GRÜNEN Ecke machten es auf Anhieb gemütlich. Ein großes Banner im Hintergrund warb für „Mehr Lebensraum statt Parkraum“. Leicht zurückgesetzt von der Straße blieb so ein bleibender Eindruck aller Passanten. Mit Spielen, einer Garteneisenbahn, Infoständen und interaktive Wandkarten von den Zukunftsstadtprojekten war die Fläche fast etwas zu klein. Die Ortgruppe baute ein Gehzeug auf. Das ist ein tragbarer Holzrahmen, der in den Abmaßen eines Geländewagens verdeutlichen soll, wie viel Platz wir dem Auto eigentlich geben und das nicht hauptsächlich zum Fahren, sondern nur zum Stehen! Eindrucksvoll konnten wir hier ein erstes Herumtragen üben.

Am Samstag, den 22. September wurde in Dresden der Dr. Külz Ring für den Autoverkehr gesperrt. Dieser ist ein wichtiger Zubringer für Einkaufshungrige aus Dresden und Umgebung. Anstelle von Kraftfahrzeugen belebten nun Verbände, Vereine, Unternehmen und Institutionen die Fläche. Und kaum war die Straße gesperrt, kamen sofort viele Fußgänger*Innen obwohl noch kein Stand sein Betrieb aufgenommen hatte. Die Straße wurde regelrecht zurückerobert und die Ortgruppe Dresden hatte viele Gelegenheiten mit Passanten*Innen über mehr Gerechtigkeit im öffentlichen Raum und die Notwendigkeit einer Verkehrswende zu reden. Große Hilfe war uns dabei unser selbst gebautes Gehzeug, dass umhergetragen werden konnte. Im dichten Getümmel der Fußgänger war ein Ausparken mit dem umgeschnallten Gehzeug eigentlich unmöglich. Der tolle Nachmittag bei gutem Wetter, leiserer und belebterer Innenstadt ist allen teilnehmenden Verbänden sehr positiv in Erinnerung geblieben.

Und wer es vielleicht in der DNN oder der LVZ nicht schon selbst gelesen hat: Es gab auf der gemeinsamen Kinderseite der Zeitungen ein Special zum Thema „Autofrei? Wie soll das denn gehen?“. Mit einem Interview von Richard aus unserer VCD Ortgruppe Dresden.

Diese wunderbare Woche zeigte eindrucksvoll: Eine Verkehrswende ist möglich! Kommen Sie doch mal vorbei und engagieren Sie sich für die Verkehrswende!

zurück