Landesverband Elbe-Saale
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Intercity-Kürzungen bedroht Anbindung von ganzen Regionen – VCD fordert verlässliche Lösungen

Mit den Plänen werden die Regionen Saale-Unstrut und Ostthüringen wieder einmal geschwächt. Neben dem ländlichen Raum und Gera, die nahezu komplett abgehängt werden, würde auch Jena als wirtschaftlich aufstrebende Hochschulstadt etwa drei Viertel seiner Fernverbindungen in gleich vier Richtungen verlieren.

Pressemitteilung

Leipzig, 08.07.2025

Zu den geplanten Kürzungen der Intercity-Linien 51 und 61 erklärt Thorben Bick, Landesvorsitzender des VCD Elbe-Saale:
 

„Mit den Plänen werden die Regionen Saale-Unstrut und Ostthüringen wieder einmal geschwächt. Neben dem ländlichen Raum und Gera, die nahezu komplett abgehängt werden, würde auch Jena als wirtschaftlich aufstrebende Hochschulstadt etwa drei Viertel seiner Fernverbindungen in gleich vier Richtungen verlieren. Sparprogramme des DB Fernverkehrs, die sich auch in anderen Formen wie der kurzfristigen Ausmusterung Baureihe 415 äußern, dürfen nicht bloß zulasten der Anbindung der Fläche geschehen.“


Wurde die Fernverkehrsanbindung von Gera in Richtung Kassel und Düsseldorf (IC-Linie 51) erst im Dezember 2018 groß gefeiert, droht nun noch vor Beginn der Elektrifizierung die Aussetzung bis zur noch nicht sicher zu terminierenden Fertigstellung der Baumaßnahmen.

Überdies muss vor, während und nach den Baumaßnahmen die Verlässlichkeit des Zugangebotes für Pendler und Fernreisende sichergestellt werden.

Bezüglich der schlecht ausgelasteten Linie 61 sollte anstatt der Reduzierung der Fahrten auf das Niveau vor 2023 an einer Erhöhung der Fahrgastzahlen gearbeitet werden. Hier sind insbesondere die Länder Thüringen und Sachsen-Anhalt in der Pflicht, denn die Fernverkehrszüge auf der Linie 61 galten als Ersatz für den 2023 eingestellten RE42 von Leipzig bis Nürnberg. Aus Sicht des VCD sollte eine Freigabe der Intercity-Züge für Reisende des Nahverkehrs zwischen Leipzig und Saalfeld angestrebt werden, ähnlich wie es zwischen Gera und Erfurt nun fast sieben Jahre lang erfolgreich funktioniert hat. Dies würde die Auslastung der Züge erhöhen und zugleich weiterhin eine schnelle Verbindung zwischen Leipzig und Weißenfels/Naumburg ermöglichen, wo ab Dezember 2025 bis auf den nur zweistündlich verkehrenden RE15 nur noch die langsame S-Bahn verkehren wird. Alternativ sind die Länder in der Pflicht, im Falle einer Einstellung des durchgehenden Fernverkehrs Richtung Bayern für entsprechenden Ersatz zu sorgen, beispielsweise durch eine Verlängerung der Linie RE14 in Richtung Naumburg/Leipzig.

 

Dr. Christian Loos, Landesvorsitzender des VCD Bayern, ergänzt:

„Die Verlängerung der Linie 61 über Nürnberg hinaus nach Leipzig bindet auch die Region Oberfranken an den Fernverkehr an, bietet eine Verknüpfung zwischen den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg auch abseits der Schnellfahrstrecken und ist auch im Deutschland-Takt hinterlegt. Es müssen Lösungen gefunden werden, wie Verbindungen wie diese aufrechterhalten/ausgebaut und besser ausgelastet werden können. Dabei kann auch darüber nachgedacht werden, die Gesamtfernverkehrslinie von Karlsruhe über Nürnberg nach Leipzig - wie erfolgreich seit mehreren Jahren im Regionalverkehr praktiziert - öffentlich auszuschreiben."

 

Pressekontakt

VCD Elbe-Saale: Thorben Bick, Mitglied Landesvorstand VCD Elbe-Saale

elbe-saale@vcd.org

 

VCD Bayern: Dr. Christian Loos, Landesvorsitzender VCD Bayern e.V.

christian.loos@vcd-bayern.de

 

Der ökologische Verkehrsclub VCD Elbe-Saale setzt sich für eine umwelt- und sozialverträgliche, sichere und gesunde Mobilität in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ein. Geleitet von dem Gedanken einer globalen Verantwortung, engagiert er sich auf lokaler und regionaler Ebene für eine klimaverträgliche, nachhaltige Verkehrspolitik. Seit 1992 kämpft der VCD Elbe-Saale für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind.

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