Sachsen
Ortsgruppe Dresden
Die von der Stadt für das Jahr 2040 vorgestellte Verkehrsprognose veranschaulicht, was passiert, wenn Dresden und die Umlandgemeinden der Auto-Abhängigkeit nicht entschlossener entgegenwirken. Während die Abhängigkeit vom Autoverkehr in Dresden sinkt, steigt sie jedoch in den Umlandgemeinden wieder an. Das zeigt: Mobilitätswende ist kein Selbstläufer, sondern muss aktiv gestaltet werden. Man sieht, was möglich ist, wenn man die Verkehrsentwicklung der letzten Jahrzehnte betrachtet.
Fabian Schmiedt, VCD-Mitglied
Aus der Prognose abzuleiten, dass die Stadt Dresden noch mehr Verkehrsflächen für den Autoverkehr benötigt, ist jedoch ein fataler Trugschluss. Denn „Verkehrsprobleme lassen sich nicht auf dieselbe Weise lösen, wie sie erschaffen wurden“, konstatiert VCD-Mitglied Fabian Schmiedt. Die neue Carolabrücke soll – neben ihrer überragenden städtebaulichen Funktion – die Stadtteile für die Mobilität der Dresdnerinnen und Dresdner verbinden. Aber sie darf kein Magnet für neuen Autoverkehr werden. Sämtlicher Mehr-Verkehr über die Carolabrücke belastet auch nachfolgende Knoten stärker: „Fahrzeiten werden länger, die Schlangen vor den Ampeln werden länger und gewerblicher Verkehr wird ausgebremst,“ zählt Schmiedt auf.
Deshalb fordert der VCD, der Querschnitt der Brücke für den Autoverkehr maßvoll zu dimensionieren. Das geltende technische Regelwerk ist dafür als Grundlage zu nutzen. Die Verkehrsmengen, die vier Fahrstreifen rechtfertigen, werden auch zukünftig nicht erreicht.
Die Verkehrspolitik der letzten Jahre zeigt bereits Wirkung. Der Kfz-Verkehr über alle Innenstadtbrücken geht seit 2016 fast kontinuierlich zurück. Nach Corona zeigt sich keine Steigerung bei den Zähldaten des MIV, ganz anders bei ÖPNV und Rad. Auch in den Prognosen setzt sich der Trend fort. Das erlaubt eine schlankere Dimensionierung der Carolabrücke, die der Stadt viel Geld spart. Das gilt umso mehr, da die Kreuzungen und nicht die Zahl der Fahrspuren auf der Brücke entscheidend sind.
Tobias Piotrowski, VCD-Mitglied
Ob der aktuelle und zukünftige Autoverkehr durch die neue Carolabrücke abgewickelt werden kann, steht außer Frage. Die wichtigere Frage an die Dresderinnen und Dresdner ist, ob die Innenstadt der richtige Ort für eine überdimensionierte Verkehrsanlage ist. Tobias Piotrowski von der VCD Ortsgruppe meint: „Zusätzlichen Autoverkehr ins Stadtzentrum anzuziehen senkt die Leistungsfähigkeit der Straßen und die Lebensqualität der Dresdnerinnen und Dresdner. Wirksame Mittel gegen Stau sind attraktive Alternativen zum Autofahren.“