Sachsen
Ortsgruppe Dresden
Es braucht eine Absichtserklärung der Landeshauptstadt mit der Unternehmensleitung, die sich klar zur Straßenbahn bekennt: die Landeshauptstadt übernimmt die Finanzierung und die Unternehmensleitungen machen dafür im Sinne der Beschäftigten die beste Trasse möglich.
Die Stadt Dresden möchte die Straßenbahnlinie 8 von der Gleisschleife Hellerau ins Industriegebiet „Airportpark“ verlängern. Das ist eine Notwendigkeit, denn die rasante wirtschaftliche Entwicklung in dem Gebiet, insbesondere der Bau und die Erweiterung der Chipfabriken von Bosch, ESMC und GlobalFoundries wird viel zusätzlichen Verkehr anziehen.
Busse können keine Abhilfe schaffen, denn sie nutzen denselben limitierten Straßenraum wie alle PKW und die Fahrgastkapazität ist zu gering für die Stoßzeiten. Zudem haben die Straßenkreuzungen nur begrenzte Leistungsfähigkeit und sind realistisch nicht erweiterbar.
Fabian Schmiedt vom VCD stellt fest: „Die Straßenbahn-Verlängerung ist deshalb ein Gewinn für alle Verkehrsteilnehmer: viel zusätzliche Verkehrsleistung im Dresdner Norden, Entlastung der Straßen vom Autoverkehr, weniger volle Busse, Erschließung des Industriegebietes aus einer neuen Richtung. Und das alles mit wenigen zusätzlichen Fahrzeugen der DVB und ohne große Eingriffe in den bestehenden Straßenraum.“ Es ist aktuell die einzige realistische Möglichkeit, um mehr Verkehrskapazität im Dresdner Norden zu schaffen.
Fabian Schmiedt, VCD-Mitglied, Fahrzeugingenieur
Welche Varianten der Linienführung werden also diskutiert? Eine nördliche Variante über den Robert-Bosch-Ring, bei der die Werkstore von Bosch, ESMC und außerdem die Fabrik von GlobalFoundries direkt angebunden werden. Diese Variante hat den größten verkehrswirtschaftlichen Nutzen und die Planung ist am weitesten fortgeschritten, wird aktuell jedoch aufgrund der Bedenken der ansässigen Unternehmen in der Ausführung blockiert.
Die aktuelle Planung der verkürzten Variante sieht ein Wenden der Straßenbahn an der Knappsdorfer Straße vor, ohne Anschluss von GlobalFoundries (als Option später möglich). Auch diese Variante hat großen Nutzen und wird viele der künftigen Gewerbeansiedlungen südlich der Wilschdorfer Straße gut anbinden, nutzt aber das volle Potenzial der Linie nicht aus, da bis zu 700m Fußweg zu ESMC bleiben.
Es scheint seitens der Unternehmen Bedenken hinsichtlich elektromagnetischer Verträglichkeit und der Auswirkungen von Erschütterungen zu geben. Wir haben viele Gespräche mit Fachleuten und Insidern aus dem „Silicon Saxony“ geführt und sind überzeugt: diese Probleme sind technisch lösbar!
Lucas Meißner, VCD-Mitglied, Elektroingenieur