Sachsen
Ortsgruppe Dresden
Für niemanden in Dresden bestehen Bedenken zu Notwendigkeit und Nutzen der Campuslinie zwischen Löbtau und Strehlen. Die Argumente, die vor mehr als zehn Jahren für die Entwicklung der Linie sprachen, gelten nach wie vor. So wird die baufällige Nossener Brücke erneuert und die überlastete Buslinie 61 durch Straßenbahnlinien ergänzt. Durch die dadurch möglichen Umstrukturierungen im Liniennetz werden jährliche betriebliche Einsparungen im hohen sechsstelligen Bereich möglich. Die leistungsfähige Verbindung vereinfacht und beschleunigt Mobilität auf dieser wichtigen Tangentenverbindung und mindert bauliche Unzulänglichkeiten für den Fuß- und Radverkehr. Darauf wartet der VCD gemeinsam mit der Bürgerschaft seit Ankündigung des Vorhabens. Weiterhin unterstützen wir die angemessene Berücksichtigung des Radverkehrs auf der Caspar-David-Friedrich-Straße, die im Zuge der aktuellen Planung angedacht ist.
Umso überraschter sind wir von den neuerlich vorgebrachten Zweifeln einiger konservativer Kommunalpolitiker gegenüber den neu vorgestellten Planungen zum Teilabschnitt 1.3. Die vorgebrachten Punkte halten bei näherer Betrachtung keiner kritischen Auseinandersetzung stand.
Die vorgebrachte, abenteuerliche Argumentation lässt vermuten, dass von bestimmten Stadträten ausschließlich eine destruktive Agendapolitik gegen vermeintliche Nachteile des Autoverkehrs betrieben wird. Allein geholfen wird mit so einer politischen Kultur des Rückschritts niemanden – den Autofahrenden nicht, den Wählenden nicht und der Dresdner Bevölkerung nicht. Dafür braucht es auch nicht erst eine Energiekrise, die einem die Folgen der Abhängigkeit von fossilen Energien vor Augen führt.
Es ist ein langanhaltender Trend, dass sich die Dresdner Bevölkerung seltener für das Auto entscheidet. Solange man am absteigenden Ast Autoverkehr am Wasaplatz in größeren Mengen festhält, bleibt es ein komplizierter Knoten. „Denjenigen, die auf das Auto angewiesen sind, hilft nur eine echte Wahlfreiheit der anderen,“ erläutert Bauzeichner Tobias Nicke. „Diese Chance gibt es nur, wenn die Straßenbahnlinie gebaut wird.“
"Es wird Zeit, dass wir in Dresden wieder zu einer lösungsorientierten Verkehrspolitik zurückkehren. Nur auf Probleme zu zeigen und als Alternative Nichtstun anzubieten, hilft keinem,“ meint Fahrzeugingenieur Fabian Schmiedt von der Ortsgruppe.
Deswegen fordern wir die Stadträtinnen und Stadträte auf, die vorgestellten Planungen zur Campuslinie zu bestätigen, damit sich die Verzögerungen bei der Umsetzung nicht weiter vergrößern.
Die Sachsen News, 21. April 2026
dnn.de, 21. April 2026