Sachsen
Ortsgruppe Dresden

Schnelle Rückkehr zu konstruktiver Verkehrspolitik!

VCD Ortsgruppe fordert zügige und regelwerkskonforme Planung für die Campuslinie.

19. April 2026

Für niemanden in Dresden bestehen Bedenken zu Notwendigkeit und Nutzen der Campuslinie zwischen Löbtau und Strehlen. Die Argumente, die vor mehr als zehn Jahren für die Entwicklung der Linie sprachen, gelten nach wie vor. So wird die baufällige Nossener Brücke erneuert und die überlastete Buslinie 61 durch Straßenbahnlinien ergänzt. Durch die dadurch möglichen Umstrukturierungen im Liniennetz werden jährliche betriebliche Einsparungen im hohen sechsstelligen Bereich möglich. Die leistungsfähige Verbindung vereinfacht und beschleunigt  Mobilität auf dieser wichtigen Tangentenverbindung und mindert bauliche Unzulänglichkeiten für den Fuß- und Radverkehr. Darauf wartet der VCD gemeinsam mit der Bürgerschaft seit Ankündigung des Vorhabens. Weiterhin unterstützen wir die angemessene Berücksichtigung des Radverkehrs auf der Caspar-David-Friedrich-Straße, die im Zuge der aktuellen Planung angedacht ist.

Umso überraschter sind wir von den neuerlich vorgebrachten Zweifeln einiger konservativer Kommunalpolitiker gegenüber den neu vorgestellten Planungen zum Teilabschnitt 1.3. Die vorgebrachten Punkte halten bei näherer Betrachtung keiner kritischen Auseinandersetzung stand.

  • Zum einen, weil die Fraktionen sich bei anderen aktuellen Bauprojekten – wie beim Nostalgieprojekt Fernsehturm und unwirtschaftlichen Brückenflächen für den MIV bei der Carolabrücke – sehr spendabel zeigen, auch wenn der Stadt dafür eigentlich das Geld fehlt. Dabei werden die Baukosten für die Campuslinie immens gefördert.
  • Zum anderen sollen die DVB laut obiger Fraktionen beim Liniennetz sparen. Eine Investition, die wie die Campuslinie Betriebskosten spart, soll nun aber liegengelassen werden. Das ist unglaubwürdig.
  • Außerdem wirken die vorgebrachten Einwände gegen die Teilsperrung der Lockwitzer Straße für den MIV fadenscheinig und wenig stichhaltig. Die Lockwitzer Straße wird von kaum mehr als 1100 Kfz/Tag befahren. Sie besitzt nur lokale Erschließungswirkung, da der überregionale Verkehr weitgehend über die Teplitzer Straße und angrenzende abgewickelt wird. Viele gehen zu Fuß, nutzen den ÖPNV oder fahren Rad. Es ist nicht zu erklären, warum die letzten 100 Meter dieser Straße angeblich unverzichtbar für den Kraftverkehr sind. Die Menschen im Viertel werden sich schneller an die Veränderung gewöhnen, als manche Stadträte ihnen zutrauen. Man siehe andere Stellen im Verkehrsnetz, wo das gleiche behauptet wurde (Lenbachstraße, Glacisstraße, Augustusbrücke, Laubestraße).
  • Einige Fraktionen werden beim Neubau der Carolabrücke nicht müde zu betonen, wie wichtig ein zeitnaher Baustart für die Reduktion der Baukosten ist. Wir fragen uns, warum das für dieses Bauprojekt nicht zu gelten scheint.  
  • Die Überlastung der Linie 61 lässt sich auch durch autonom fahrende Busse nicht beseitigen und auch die Betriebskosten solcher hypothetischen Fahrzeuge werden die einer Straßenbahn immer überschreiten. Dieses Argument ist also wieder eine Nebelkerze.
  • Neben der haushaltsschädlichen, teuren Abschreibung der bisherigen Planungskosten erschiene die Stadt für zukünftige Fördermittelersuche nicht länger als zuverlässige Partnerin, wenn sie sich an dieser Stelle unglaubwürdig machte.

Die vorgebrachte, abenteuerliche Argumentation lässt vermuten, dass von bestimmten Stadträten ausschließlich eine destruktive Agendapolitik gegen vermeintliche Nachteile des Autoverkehrs betrieben wird. Allein geholfen wird mit so einer politischen Kultur des Rückschritts niemanden – den Autofahrenden nicht, den Wählenden nicht und der Dresdner Bevölkerung nicht. Dafür braucht es auch nicht erst eine Energiekrise, die einem die Folgen der Abhängigkeit von fossilen Energien vor Augen führt.

Es ist ein langanhaltender Trend, dass sich die Dresdner Bevölkerung seltener für das Auto entscheidet. Solange man am absteigenden Ast Autoverkehr am Wasaplatz in größeren Mengen festhält, bleibt es ein komplizierter Knoten. „Denjenigen, die auf das Auto angewiesen sind, hilft nur eine echte Wahlfreiheit der anderen,“ erläutert Bauzeichner Tobias Nicke. „Diese Chance gibt es nur, wenn die Straßenbahnlinie gebaut wird.“

"Es wird Zeit, dass wir in Dresden wieder zu einer lösungsorientierten Verkehrspolitik zurückkehren. Nur auf Probleme zu zeigen und als Alternative Nichtstun anzubieten, hilft keinem,“ meint Fahrzeugingenieur Fabian Schmiedt von der Ortsgruppe.

Deswegen fordern wir die Stadträtinnen und Stadträte auf, die vorgestellten Planungen zur Campuslinie zu bestätigen, damit sich die Verzögerungen bei der Umsetzung nicht weiter vergrößern.

 

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