Sachsen
Ortsgruppe Leipzig
Der VCD Leipzig begrüßt die Ausweitung des Bewohnerparkens in Leipzig und fordert eine zügige Umsetzung
Die Stadtverwaltung hat die Ausweitung des Bewohnerparkens auf weitere Stadtgebiete und die Anhebung der Bewohnerparkgebühren angekündigt. „Dies ist ein wichtiger und richtiger Schritt im Sinne der Mobilitätsstrategie 2030+ und führt zu mehr Flächengerechtigkeit auf Leipzigs Straßen“ betont Richard Emmermacher vom VCD Leipzig.
Die aktuelle Situation auf vielen Straßen in Leipzig ist derzeit mit viel Ärger und Geduld verbunden: Anwohnende suchen am Ende des Tages oft lange nach einem Stellplatz. Wer im Viertel parkt, ob Anwohnende oder Langzeitparkende oder Besuchende ist nicht zu beurteilen, gefühlt ist der Parkdruck jedoch hoch. Die Zahlen geben dem recht, denn im Durchschnitt verbringen Autofahrende in Deutschland 40 bis 70 Stunden im für die Parkplatzsuche, weil es an effektiven Parkraummanagement fehlt.
Der VCD begrüßt daher ausdrücklich, dass die Stadtverwaltung die Bewohnerparkzonen ausweitet. Im Waldstraßenviertel beobachten unsere Mitglieder seit der Einführung des Bewohnerparkens eine Entspannung der Parksituation und eine Erhöhung der Aufenthaltsqualität für alle. „Man muss ganz klar sagen, dass das Bewohnerparken nicht als lästige Gängelung der Autofahrenden zu verstehen ist, sondern im Gegenteil, den Vorteil bringt, dass Autofahrende sicher und schnell einen Stellplatz finden. Gleichzeitig werden Auswärtige durch die Gebühr abgeschreckt und Stellplätze werden gezielt für die frei, die sie brauchen“, fasst Richard Emmermacher zusammen. So hat sich z.B. in Wien die durchschnittliche Zeit für die Parkplatzsuche nach Einführung der Bewirtschaftung von 9 auf 3 Minuten verkürzt. Durch die Parkraumbewirtschaftung in München konnte die Anzahl der Langzeitparker sogar um 40 % reduziert werden.
Auch die Anhebung der Bewohnerparkgebühr ist aus Sicht des VCD überfällig. Die bisherige Jahresgebühr von 30,70 € wurde seit vielen Jahren nicht angepasst und entspricht in keiner Weise dem Gegenwert des öffentlichen Raumes. Richard Emmermacher führt weiter aus: „Erstens ist es gut, dass es einen Preis gibt, denn er hat eine Signalwirkung steuert das Verhalten und zweitens muss der Preis fürs Parken in jedem Fall dynamisiert werden, um die Kosten für die Bewirtschaftung zu decken.“ Und die sind nicht wenig: An Berlin kostet die Bereitstellung und Pflege der Beschilderungen und Parkautomaten und Systeme inkl. die Parkraumüberwachung umgerechnet ca. 220 € pro Stellplatz. Die schrittweise Anhebung der Gebühren führt dazu, dass die Menschen sich Alternativen überlegen und einüben können. „Genauso, wie wir uns leider seit Jahren an steigende Preise für den ÖPNV gewöhnen müssen, gewöhnen wir uns auch an einen steigenden Preis fürs Parken.“
Die Menschen richten sich entsprechend danach aus. Ein Recht auf kostenfreies Parken gibt es nicht. Der VCD fordert die Stadtverwaltung auf, auch die Privatwirtschaft stärker ins Boot zu holen. Das Potenzial in z.T. leerstehenden privaten Tiefgaragen, Parkhäusern und Parkflächen von Handelsketten ist groß. In verschiedenen Städten, wie z.B. Hamburg gibt es bereits Modelle, wo Handelsketten die Parkflächen für Interessierte zur Verfügung stellen. „Wenn wir dieses Potenzial heben wird weiter Druck aus dem System genommen“, ist sich Richard Emmermacher sicher.
Die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung in Leipzig ist daher ein essenzieller Schritt für mehr Lebensqualität für alle. Die positiven langfristigen Wirkungen des Bewohnerparkens sind offensichtlich. Die wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Auswertungen von anderen Städten und Ländern liegen vor und zeichnen ein sinnvolles Gesamtbild.
Zahlen und Fakten zum Parkraummanagement: Umparken – den öffentlichen Raum
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