Sachsen
VCD Leipzig fordert Aufarbeitung des LVB-Krisenmanagements und eine Hitzestrategie für den ÖPNV
Der großflächige Ausfall des Leipziger Straßenbahnverkehrs während der Hitzewelle hat gezeigt, wie verletzlich der öffentliche Verkehr bei Extremwetter ist. Ursache waren offenbar aufgeweichte Vergussmassen im Gleisbereich, die Weichen und Fahrzeuge beeinträchtigten.
„Uns ist bewusst, dass diese konkrete Schadensform außergewöhnlich war. Extreme Hitze ist aber längst kein Ausnahmephänomen mehr“, erklärt Richard Emmermacher vom VCD Leipzig. „Aus Sicht der Fahrgäste war es eine Katastrophe, dass nicht schnell ein erkennbares Ersatzkonzept auf den wichtigsten Verbindungen stand.“
Der VCD Leipzig fordert deshalb eine transparente Aufarbeitung. Die LVB und die Stadt Leipzig müssen darlegen, welche Ersatzkonzepte geprüft wurden, warum sie nicht griffen und wie bei der nächsten Hitzewelle ein Grundangebot gesichert werden kann. Ein Ersatzverkehr muss nicht jede Straßenbahnlinie vollständig ersetzen, sollte aber zentrale Achsen und wichtige Umsteigepunkte abdecken.
„Mobilität ist Daseinsvorsorge. Menschen müssen auch im Krisenfall zur Arbeit, zum Arzt oder nach Hause kommen können. Dafür braucht es vorbereitete Notfallfahrpläne, klare Rückfallebenen und verständliche Fahrgastinformationen“, so Emmermacher.
Die Krise zeigt aus Sicht des VCD Leipzig: Der ÖPNV braucht nicht nur Investitionen in den Regelbetrieb, sondern auch in Resilienz. Dazu gehören hitzefeste Infrastruktur, Reserven bei Personal und Fahrzeugen sowie eine stabile Finanzierung. Der VCD fordert deshalb, die Debatte über ergänzende Finanzierungsinstrumente für den Leipziger ÖPNV wieder aufzunehmen.