Sachsen,
Verkehrspolitik
Ortsgruppe Dresden
Beim Veranstaltungsmarathon im Stadtforum zeigte sich ein großer Konsens: Bürgerschaft und Planungsbüros setzen auf eine Carolabrücke, die sich harmonisch in das städtische Umfeld einfügt.
Die Dresdner Ortsgruppe des Verkehrsclub Deutschland e. V. sieht sich deshalb in der kritischen Einschätzung zum Stadtratsbeschluss im Juni 2025 bestätigt. Damals konstatierten wir, dass die „dogmatische Fixierung auf eine große Anzahl Fahrstreifen das Bedürfnis von weiten Teilen der Stadtgesellschaft auf Lebensqualität durch ein ausgewogenes Stadtbild [verkennt]“.
Die stadtweite Debatte ist seitdem eingeengt auf die Zahl von vier Kraftfahrstreifen, für die es mit den Methoden der Verkehrswissenschaften keine Grundlage gibt. Dabei handelt es sich lediglich um einen Teilaspekt der technischen Lösung, der hier bar jeder Vernunft durch den Stadtrat vorfestgelegt wurde.
Was jedoch eindeutig ist und mehrfach dargelegt wurde: Mehr Fahrstreifen kommen uns teuer zu stehen und bieten dabei keinen Mehrnutzen. „Uns in Dresden, denn diese Mehrkosten werden durch kommunale Mehrschulden gedeckt, nicht etwa durch Fördergelder aus Bund und Land“, führt Ortsgruppensprecher Karsten Imbrock vor Augen. Und das in Zeiten von Sparzwängen, die unsere Stadtgesellschaft lähmen und soziale Teilhabe verringert. Mit vier Fahrstreifen wird ein Aufstand der Bevölkerung, das Risiko eines verzögernden Planfeststellungsverfahrens und eine Kostenexplosion billigend in Kauf genommen.
Karsten Imbrock, Sprecher der Ortsgruppe
Die Bürgerschaft ist längst weitsichtiger und betonte gestern die Punkte von Stadtbild, Landschaft und Architektur, unterstrich die Bedeutung der Anbindung vom Elberadweg und mahnte angesichts der Schuldenfinanzierung zu einer maßvollen Mittelverwendung.
Der VCD fordert zu diesem Zeitpunkt der Entwurfserstellung, den Planenden bewusst mehr Freiraum einzuräumen. „Bei der Vorstellung der Entwürfe Ende Mai muss die verkehrliche Leistungsfähigkeit an den Knotenpunkten für die Verkehrsprognose gewährleistet werden – mehr Fahrstreifen auf der Brücke bringen nur Mehrkosten, keinen Mehrnutzen“, beschreibt Straßenplaner Tobias Piotrowski den Sachverhalt. Dafür sind die Themen Verbesserung des Stadtbilds, Förderung des Naturraums an der Elbe und soziale Erschließung des Bauwerks aufgrund des offensichtlichen Anliegens in der Stadtgesellschaft viel höher zu werten.
Tobias Piotrowski, Straßenplaner
Juni 2025
März 2026