Sachsen

[PM] VCD-Messung zeigt gefährlich hohe Geschwindigkeiten an Querungsstelle in Obergurig

Eine Verkehrsmessung der VCD-Regionalgruppe Ostsachsen zeigt gefährlich hohe Geschwindigkeiten an einer lang diskutierten Querungsstelle der S114 in Obergurig. Die Regionalgruppe unterstützt damit eine Bürgerinitiative, die sich für eine sichere Querung am Spreewanderweg einsetzt.

Bürgerinitiative fordert bauliche Lösung für sichere Querung der S114

Obergurig/Bautzen, 22.06.2026. Eine Verkehrsmessung der VCD-Regionalgruppe Ostsachsen zeigt gefährlich hohe Geschwindigkeiten an einer lang diskutierten Querungsstelle der S114 in Obergurig. Die Regionalgruppe unterstützt damit eine Bürgerinitiative, die sich für eine sichere Querung am Spreewanderweg einsetzt.

An der betreffenden Stelle treffen eine viel befahrene Staatsstraße, der überregionale Spreeradweg, ein Fußweg mit Schulwegfunktion sowie der Zugang zu Bäckerei und Café aufeinander. Die Querung liegt zudem in einer unübersichtlichen Kurve. In Fahrtrichtung Bautzen gilt inzwischen Tempo 30.

Die VCD-Regionalgruppe Ostsachsen führte im Zeitraum vom 17. April bis 3. Mai 2026 eine Verkehrsmessung durch. Dabei wurden rund 44.000 Fahrzeuge erfasst. Im Durchschnitt passierten täglich rund 3.000 Fahrzeuge die Querungsstelle. Rund 14.000 Fahrten wurden mit mehr als 50 km/h gemessen. In Fahrtrichtung Bautzen, wo höchstens 30 km/h zulässig sind, lagen mehr als 500 Fahrten sogar über 60 km/h.

Besonders kritisch sind die Werte in der morgendlichen Schulwegzeit. Werktags zwischen 6.45 Uhr und 7.45 Uhr wurden im Messzeitraum insgesamt 45 Fahrten mit mehr als 60 km/h registriert. Die höchste erfasste Geschwindigkeit lag bei 107 km/h.

Die Messdaten zeigen klar: Das Problem ist real, erheblich und nicht auf einzelne Ausreißer beschränkt. Wer an einer unübersichtlichen Querungsstelle mit Schulwegbezug deutlich zu schnell fährt, schafft ein ernstes Risiko für Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende“, erklärt Nino Micklich, Geschäftsführer des VCD Elbe-Saale.

Nach Einschätzung der Initiatoren des Bürgerbegehrens und der VCD-Regionalgruppe reichen einfache Maßnahmen wie zusätzliche Schilder, Markierungen oder Geschwindigkeitsanzeigen nicht aus, um die Verkehrssicherheit an der Querung verlässlich zu verbessern. Hinzu kommt, dass Fahrzeuge in der Kurve regelmäßig die Mittellinie überfahren. Das erschwert das sichere Queren zusätzlich, insbesondere für Kinder, ältere Menschen und Radfahrende.

Die Messergebnisse liegen den zuständigen Fachbehörden inzwischen vor. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens bitten darum, Planungen für eine bauliche Umgestaltung der Querungsstelle aufzunehmen. Der VCD unterstützt dieses Anliegen. Aus Sicht des Verbandes zeigen die Daten deutlich, dass die Querungsstelle nicht weiter nur beobachtet werden sollte.

Hintergrund: Bereits seit 2024 setzen sich Bürgerinnen und Bürger in Obergurig für eine Querungshilfe auf der S114 am Spreewanderweg ein. Da es sich um eine Staatsstraße handelt, liegt die Entscheidung über bauliche Maßnahmen bei den zuständigen Fachbehörden. Weitere Hintergründe und Messdaten sind online nachlesbar:
 

https://elbe-saale.vcd.org/startseite/detail/vcd-nimmt-querungsstelle-in-obergurig-unter-die-lupe

zurück