Wiederaufbau der Carolabrücke

Sonderseite zur Carolabrücke

Der Einsturz der Carolabrücke im September 2024 war ein Unglück, aber ist eine Chance!

Vom Einsturz bis zum Spatenstisch begleitet die Dresdner Ortsgruppe die Debatte um den Wiederaufbau der Carolabrücke. Frühzeitig wurde durch Petitionen, Leserbriefe und im Austausch mit Politik und Verwaltung deutlich: Der Brückenneubau soll Stadtraum werden und kein schnöder Transitraum bleiben. Wir begleiten die Entwicklungen mit Hinweisen zu einer zukunftsgerechten und modernen Mobilität.

Die Dresder Ortsgruppe des Verkehrsclub Deutschland e. V. im Prozess auch als Mitglied im Begleitgremium beteiligt.

Fakten zur Carolabrücke

Ein Ersatz, kein Neubau

Im Interesse einer schnellen Wiederherstellung der Verbindung wurde sich auf die engeren Vorgaben für einen Ersatzbau geeinigt. Damit will die Stadt Dresden einem langwierigen Planfeststellungsverfahren entgehen und den Zeitpunkt für eine Wiederinbetriebnahme so kurz wie möglich halten.

Das Korsett erlaubt nicht alles, schafft aber hinreichenden Spielraum, verkehrliche Defizite des Vorgängerbauwerks zu beheben.

Finanziert durch Schulden

Anders als bei vielen Neu- und Umbauvorhaben ist dier Wiederaufbau der Carolabrücke vollständig schuldenfinanziert. Zur Finanzierung hat die Stadt Dresden zum ersten Mal seit vielen Jahren einen Schuldentopf erzeugt, der Brückenfonds genannt wird. 

Kosten der Brücke abhängig von der Brückenfläche

Es ist gängige Praxis, die Kosten eines Überführungsbauwerks anhand des Querschnitts und der Länge zu ermitteln. Der Breite der Brücke kommt folglich eine wesentliche Bedeutung bei der Bildung der Kosten zu - und das nicht nur beim Bau, sondern auch für Instandhaltung im Betrieb.

In den vier Entwürfen, die im Frühling 2026 eingereicht wurden, ist deshalb ein Streben nach Einsparung von Querschnittselementen erkennbar, etwa durch die Lage von Masten oder Zahl von Kappen an den Überbauten. Leider ist damit auch erkennbar, dass Fuß- und Radverkehr weiterhin nicht ausreichend Platz eingeräumt werden wird, während für den Kraftverkehr aus technischen Abhängigkeiten heraus stur und unnütz mehr Fahrstreifen zur Verfügung gestellt werden sollen.

Ein zusätzlichen Kraftfahrstreifen hat eine Breite von 3,25 m. Möchte man hingegen das Überholen von Fahrrädern mit Anhängern auf den Radwegen ermöglichen, braucht man lediglich 0,30 m mehr breite.

Leistungsfähigkeit für den Kraftverkehr

Im engmaschigen Netz eines innerstädtischen Raums wird die verkehrliche Leistungsfähigkeit nicht von der Anzahl der Fahrstreifen auf der Strecke bestimmt. Es sind die Verkehrsknotenpunkte, die aufgrund der Abwicklung des Verkehrs aus verschiedenen Richtungen die Flaschenhälse im Verkehrssystem bilden.

Alle mit Wiederaufbau der Carolabrücke betrauten Fachleute aus der Verwaltung, den herangezogenen Gutachter und die entwerfendne Planungsteams können wiederkehrend zeigen, dass zwei Fahrstreifen auf der Brücke zur Abwicklung des Kraftverkehrs ausreichen.

Mehr Fahrstreifen sind unnützer Pomp, den die Dresdner Bevölkerung mit Schulden begleichen muss.

Sinkende Bedeutung des Kraftverkehrs

Das Kraftverkehrsaufkommen in Dresden ist abnehmend. Es werden, auch auf den Brücken, immer weniger Fahrzeuge gezählt. Auch die Bedeutung des Autos nimmt für die Menschen ab. Sie sind multimodal unterwegs und nutzen die Freiheit, nicht von einem Fahrzeug abhängig zu sein. Junge Menschen entscheiden sich weniger häufig und später dazu, einen Führerschein zu machen.

Für den Wirtschaftsverkehr ist das eine gute Nachricht. Denn weniger Privatfahrten in Pkw führt zu kürzeren Wartezeiten an Ampeln.

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